Lazar: EREAMS-Studie zu Jenseitskontakten

Veröffentlicht am 2026-04-23 · Lesezeit ca. 12 Minuten

Prof. Dr. Oliver Lazar hat Medizin studiert und ist heute Professor für Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule in Düsseldorf. Als ausgebildeter Naturwissenschaftler und Technikwissenschaftler hat er 43 Jahre lang, wie er selbst sagt, in einem rein materialistischen Weltbild gelebt. Ein einschneidendes persönliches Ereignis hat das verändert – und ihn schließlich zu einer der größten systematischen Studien zu medialen Jenseitskontakten im deutschsprachigen Raum geführt: der EREAMS-Studie. Das Akronym steht für Empirical Research of the Effectiveness and Authenticity of Mediumistic Messages from Spirit. Die Ergebnisse hat er 2021 im Buch „Jenseits von Materie" veröffentlicht. Wir fassen das Interview mit Lazar auf dem Kanal WissensWerteWelt zusammen.

Der Ausgangspunkt: ein Verkehrsunfall am 9. Oktober 2017

Lazar fährt seine Tochter (13 Jahre, 8. Klasse) zur Schule. Auf dem Weg beobachten beide, wie ein Betonmischer-LKW beim Abbiegen eine Radfahrerin im toten Winkel überrollt. Erst Stunden später wird klar: Die Verunglückte ist eine Klassenkameradin der Tochter – ein Mädchen, das Lazar persönlich kaum kannte. Was ihn irritiert, ist nicht der Schrecken selbst, sondern eine unbeschreiblich tiefe Trauer, die ihn befällt und die sich mit normalem Mitgefühl nicht erklären lässt.

„Eine Trauer, die mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Und ich kannte dieses Mädchen gar nicht."

Das Schlüsselerlebnis: zwölf Wochen später

Etwa zwölf Wochen nach dem Unfall sitzt Lazar allein in seinem Zimmer und denkt nach. Da beginnt, wie er es beschreibt, ein inneres Vibrieren, eine Gänsehaut, die auf der linken Körperseite auf und ab läuft, und dann – eine Welle aus „unendlich großer Liebe", die ihn durchströmt. Kein Gefühl aus dem Inneren, sondern etwas, das offensichtlich von außen kommt.

„Das war, als würde das ganze Universum strahlen. Mir liefen die Tränen vor Freude herunter – und gleichzeitig trug ich noch diese unendlich große Trauer in mir."

Lazar kannte zu dem Zeitpunkt weder die Literatur zu Nahtoderfahrungen noch spirituelle Konzepte. Er beginnt erst danach zu lesen – und stellt fest, dass seine Erfahrung dem entspricht, was viele NTE-Erlebende berichten.

Zwei unabhängige Medien – dieselbe Aussage

Einige Monate später bucht Lazar ein Reading beim Medium Nina Herzberg. Ohne dass er den Unfall erwähnt, spricht das Medium von einem Mädchen, das bei einem Fahrradunfall verstorben sei – und liefert spezifische Details: die Liebe des Mädchens zum Reiten (Lazar hatte nie mit ihm gesprochen, konnte es aber später bei den Eltern bestätigen lassen), die Zahlenfolge „1-1", die weder er noch das Medium zuordnen kann. Wochen später, beim Besuch bei den Eltern: Das Mädchen hatte kurz vor dem Unfall zwei erste Plätze auf einem Reitturnier belegt. Niemand der Anwesenden hatte das vorher gewusst.

Zwei bis drei Wochen nach dem ersten Reading sucht Lazar ein zweites, unabhängiges Medium auf: Bettina-Suvi Rode aus dem Ruhrgebiet. In der Vorstellungsrunde eines Seminars, bevor Lazar den Unfall überhaupt erwähnt hat, unterbricht ihn Bettina-Suvi Rode. Sie sagt – nahezu wortgleich zu dem, was Nina Herzberg gesagt hatte – dass das Mädchen anwesend sei und eine spezifische Reinkarnations-Aussage wiederholt. Sie liefert zusätzlich Details zum Unfallhergang, die Lazar selbst nicht kannte und die er anschließend bei den Eltern verifizieren konnte.

„Ich kriege zweimal diese hochspezifische Geschichte erzählt – von zwei Medien, die sich nicht kennen und sich nicht abgesprochen haben. Das war für mich der absolute Beweis."

Die EREAMS-Studie: Design

Lazar entschließt sich, das wissenschaftlich aufzuarbeiten. Zusammen mit drei weiteren Personen baut er die EREAMS-Studie auf:

  • Prof. Dr. Oliver Lazar – wissenschaftliche Methodik, Auswertung.
  • Bettina-Suvi Rode (Essen) – Medium, Co-Initiatorin.
  • Tanja Schlömer (Bottrop) – zweites Medium.
  • Kathrin Stefan (Tübingen) – psychologische Psychotherapeutin, Einbringung der klinischen Perspektive auf Trauer.

Das Design ist bewusst anders als bei blinden Studien (etwa denen von Julie Beischel oder Gary Schwartz): Medium und Sitter sehen sich, weil Lazar die persönliche Verbundenheit zwischen Medium, Verstorbenem und Hinterbliebenem für einen wesentlichen Bestandteil des Kontakts hält. Die methodische Entkräftung von Cold Reading (psychologische Tricks) erfolgt nicht über Verblindung, sondern über die Fokussierung auf hochspezifische Beweise – Informationen, die weder recherchierbar noch durch Beobachtung des Sitters gewinnbar sind.

Teilgenommen haben 243 Personen aus Deutschland, den USA, Frankreich, Spanien, Luxemburg und Dänemark. Der Fragebogen wurde erst drei bis vier Wochen nach dem Termin versendet – um den unmittelbaren Euphorie-Effekt herauszurechnen und um Zeit für die Verifikation nicht direkt überprüfbarer Aussagen (wie der „1-1"-Botschaft oben) zu lassen.

Was hochspezifisch wirklich heißt – zwei Beispiele

Lazar grenzt sorgfältig ab: Eine allgemeine Aussage wie „Dein Vater liebt dich" ist kein Beweis, weil sie weder prüfbar noch exklusiv ist. Hochspezifisch heißt bei ihm: Information, die (a) der Hinterbliebene bei Einholung nicht selbst wusste, (b) nicht recherchierbar ist, und (c) sich nachträglich verifizieren lässt.

  • Das verlorene Kind. Eine Frau erhält im Setting von ihrer verstorbenen Mutter die Botschaft, diese habe einmal ein Kind verloren. Die Hinterbliebene wusste nichts davon. Eine Nachfrage bei der Schwägerin bestätigte die Aussage – die Mutter hatte tatsächlich eine Fehlgeburt gehabt und nie darüber gesprochen.
  • Die Jacke auf dem Brückengeländer. Eine Mutter, die ihren Sohn verloren hatte, bekommt im Setting die Information, die Jacke ihres Sohnes habe auf dem Geländer einer Brücke gelegen. Sie wusste das nicht. Bei der ermittelnden Polizei-Kommissarin nachgefragt wurde das exakt bestätigt – es war so gewesen.

Dazu kommen in der Studie: Haustier-Kombinationen („ein Hase und ein einzelner Fisch"), Gegenstände, die mit in den Sarg gelegt wurden, Inhalt von Briefen im Sarg, exakt wiedergegebene letzte Worte am Sterbebett, Dialekte oder Sprachfehler des Verstorbenen, die das Medium während des Settings imitiert. Dinge, die sich nicht aus Instagram-Profilen, Facebook-Posts oder Beobachtung des Sitters ableiten lassen.

Ergebnisse: Authentizität und Tröstlichkeit

Die beiden Hauptforschungsfragen der Studie sind Authentizität (ist die Botschaft echt und vom Verstorbenen?) und Tröstlichkeit (wirkt der Kontakt nachhaltig tröstend auf den Hinterbliebenen?).

  • Authentizität: Über 90 % der Teilnehmer geben an, mindestens einen hochspezifischen Beweis im oben definierten Sinn erhalten zu haben.
  • Tröstlichkeit:82 % der Teilnehmer kreuzen „sehr tröstlich" an, weitere 14 % „ein wenig tröstlich" – in Summe 96 % positive Wirkung.

Den Einwand, dass trauernde Eltern ohnehin alles kreuzen würden, was nach Trost klingt, weist Lazar mit Verweis auf die psychologische Mitautorin Kathrin Stefan zurück:

„Es gibt niemanden, der kritischer ist als verwaiste Eltern. Die lassen sich nicht überreden. Die wollen wirklich wissen, ob ihr Kind noch da ist – und sagen nur dann ‚tröstlich', wenn sie es ihnen wirklich glauben können."

Einordnung

Die EREAMS-Studie ist keine randomisierte, verblindete Studie im strengen Sinn – und das ist ihre bewusste methodische Entscheidung, nicht ihr Versäumnis. Wo Gary Schwartz oder Julie Beischel mit Verblindung arbeiten, setzt Lazar auf den Umkehrschluss: Wenn ich Cold Reading durch hochspezifische, nachträglich unabhängig verifizierbare Informationen ausschließe, brauche ich keine Verblindung mehr – weil die betreffende Information in keinem Fall über das Medium, den Sitter oder das Internet zugänglich war. Das ist eine plausible, aber diskutable Position.

Für die Leserinnen und Leser von Heaven Connect interessant ist, dass sich Lazars Befund in das Gesamtbild einfügt, das wir auch aus anderen Perspektiven beleuchten: die neurologische und medizinische Evidenz für Bewusstsein ohne Hirnfunktion, die philosophische Strukturierung der Debatte durch Godehard Brüntrup, die Kinder-Studie von Elisabeth Kübler-Ross. Und eine wichtige Frage steht im Hintergrund: Warum wird über diese Befunde in der öffentlichen Wahrnehmung so wenig gesprochen? Dazu: unser Artikel „Mehrheit gegen Experten".

Lazars eigene Motivation

Gefragt, warum er sich das als etablierter Wissenschaftler antut, antwortet Lazar nüchtern: Es geht ihm nicht darum, die Wissenschaft schlecht dazustellen oder die Spiritualität zu erhöhen. Es geht ihm darum, die besten Argumente zu finden und nicht vom Weltbild aus nach Bestätigung zu suchen.

„Man darf nicht von einem Weltbild ausgehen und nach Argumenten suchen, sondern man muss zunächst die Argumente anschauen – und die führen dann zu einem Weltbild."

Der andere Antrieb ist praktischer Natur: die Wirkung auf trauernde Hinterbliebene. Lazar hat viele verwaiste Eltern getroffen und erlebt, wie ein authentischer Kontakt wirkt, wo klassische Trauerbegleitung und Schulmedizin an ihre Grenzen kommen. Seine Schlussempfehlung: eine Kombination aus professioneller Trauerbegleitung und – wo vom Hinterbliebenen gewünscht – einem seriösen Jenseitskontakt. Nicht als Ersatz, sondern als ergänzendes Angebot.

Quelle:Eine Studie belegt das Leben nach dem Tod | Oliver Lazar im Gespräch, WissensWerteWelt (YouTube), youtube.com/watch?v=LwEKH4hAuwc. Zitate wörtlich aus dem Interview, Interpunktion und minimale sprachliche Glättung durch uns. Das Buch zur Studie: Oliver Lazar, Jenseits von Materie, Giga-Verlag 2021.

Mehr zum Thema findest Du in unserer kuratierten Wissen-Sammlung – dort sind weitere Beiträge und Videos zu Jenseitskontakten, Nahtoderfahrungen und zur wissenschaftlichen Debatte verlinkt, u. a. die EREAMS-Studie selbst und verwandte Arbeiten von Julie Beischel und Patrizio Tressoldi.