Jeffrey Tarrant: Das Gehirn im Jenseits-Modus – EEG-Befunde bei Medien

Veröffentlicht am 2026-07-31 · Lesezeit ca. 10 Minuten

Was passiert im Kopf eines Mediums während einer Sitzung? Dr. Jeffrey Tarrant, Neuropsychologe und Experte für Neurofeedback, hat die Hirnstrommuster von Medien unter die Lupe genommen. Seine Befunde liefern eine faszinierende physiologische „Prüfspur“, die weit über subjektive Erlebnisse hinausgeht.

Vom Skeptiker zum Forscher

Jeffrey Tarrant war ursprünglich ein klassischer Skeptiker. Als Neuropsychologe vertrat er die Ansicht, dass alles, was nicht im Labor messbar ist, schlichtweg nicht existiert. Diese Haltung änderte sich grundlegend, als er begann, die Gehirne von rund 20 Medien, Heilern und Hellsehern mit modernster qEEG-Technologie (quantitatives Elektroenzephalogramm) zu kartieren. In seinem Buch „Becoming Psychic“ dokumentiert er seine Reise und seine Entdeckungen an bekannten Persönlichkeiten wie Kim Russo, Laura Lynne Jackson, Travis Holp und vielen weiteren, teils anonymen Probanden.

Harte Fakten: Gamma-Wellen und der „Jenseits-Fokus“

Die wichtigste Entdeckung Tarrants betrifft die sogenannten Gamma-Wellen. Dies sind hochfrequente Hirnwellen (über 30 Hz), die normalerweise mit intensiver Konzentration, Informationsverarbeitung und dem „Zusammenfügen“ von Sinneseindrücken verbunden sind.

Bei Medien wie Angelina Diana, Janet Mayer, Laura Lynne Jackson und Keira Elizabeth stellte Tarrant fest, dass diese Gamma-Aktivität während eines Readings massiv ansteigt – und zwar in ganz spezifischen Regionen des Gehirns, oft im Hinterkopf (Okzipitallappen) und im Scheitellappen (Parietallappen).

Laura Lynne Jackson & Joanne Gerber: Wahrnehmung im Fokus

Laura Lynne Jackson und Joanne Gerber gehören zu den profiliertesten Medien der USA. Tarrant untersuchte sie während sie sowohl psychische Informationen (über lebende Personen) als auch mediale Botschaften (von Verstorbenen) empfing.

Besonders bei Laura Lynne Jackson bestätigten die EEG-Daten ihr subjektives Erleben eines „inneren Bildschirms“: Je nach Art der Information aktivierten sich unterschiedliche Areale ihres Gehirns. Bei Joanne Gerber und Jeannine Kim zeigten sich ähnliche konsistente Muster, die Tarrant als physiologische Signatur für den Wechsel zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen deutet. Dies legt nahe, dass mediale Kommunikation und intuitiv-psychische Wahrnehmung auf neurobiologischer Ebene verschiedene Prozesse darstellen.

Angelina Diana: Visuelle Beweise im Gehirn

Angelina Diana berichtet oft, dass sie Informationen für psychische Readings (Zukunft/Gegenwart) in ihrem linken Sichtfeld wahrnimmt, während sie Informationen von Verstorbenen (Mediumschaft) in ihrem rechten Sichtfeld sieht. Tarrant konnte dieses subjektive Empfinden objektiv bestätigen: Während der jeweiligen Phasen zeigten sich entsprechende Aktivierungen in den jeweils gegenüberliegenden Hemisphären des Okzipitallappens – genau dort, wo das Gehirn visuelle Informationen verarbeitet. Das Gehirn agiert hier also so, als würde es tatsächlich ein reales Bild „sehen“.

Janet Mayer & Keira Elizabeth: Das Rätsel der indigenen Sprachen

Ein besonders spektakulärer Fall ist Janet Mayer. Ohne Vorkenntnisse begann sie spontan, Sprachen indigener Völker aus dem Amazonas-Regenwald zu sprechen. Tarrant begleitete sie über zweieinhalb Jahre und kartierte ihr Gehirn während dieser Zustände. Ähnliche Phänomene des sprachlichen „Downloads“ wurden auch bei Keira Elizabeth beobachtet. Die Ergebnisse zeigten eine extreme Aktivierung im rechten Parietal- und Okzipitalbereich (der oft mit spirituellen Erfahrungen in Verbindung gebracht wird), während die Frontallappen – der Sitz des logischen Denkens und des Egos – auffallend ruhig blieben. Es scheint, als würde das Gehirn den „Filter“ des Egos herunterfahren, um Informationen von außen oder aus tieferen Schichten des Bewusstseins zu empfangen.

Weitere untersuchte Medien: Keira Elizabeth, Travis Holp & Jeannine Kim

Neben den oben genannten Fällen flossen auch die Daten weiterer Medien aus dem HeavenConnect-Netzwerk in Tarrants Analysen ein. Keira Elizabeth, Travis Holp und Jeannine Kim zeigten in den Tests ebenfalls die charakteristischen Gamma-Signaturen und die für mediale Zustände typische Deaktivierung des „Ego-Filters“ in den Frontallappen. Diese Konsistenz über verschiedene Personen hinweg ist ein starkes Indiz dafür, dass Medialität ein universelles physiologisches Fundament hat.

Anker in der Wissenschaft

Tarrants Arbeit fügt sich nahtlos in die Forschung von Dr. Gary Schwartz (Laboratory for Advances in Consciousness and Health) und Dr. Julie Beischel (Windbridge Research Center) ein. Während Schwartz und Beischel vor allem die Genauigkeit der Informationen prüfen (Blind-Readings), liefert Tarrant das physiologische Wie. Wenn ein Medium Informationen liefert, die es nicht wissen kann, und gleichzeitig sein Gehirn ein Muster zeigt, das im normalen Wachzustand kaum reproduzierbar ist, wird die Argumentation der Skeptiker (Kaltes Lesen oder Betrug) zunehmend schwieriger aufrechtzuerhalten.

Fazit

Die Forschung von Jeffrey Tarrant zeigt, dass Medialität kein bloßes Einbildungsprodukt ist. Es handelt sich um einen messbaren neurobiologischen Zustand. Medien lernen offenbar, ihr Gehirn so zu konfigurieren, dass sie für Informationen empfänglich werden, die jenseits unserer gewöhnlichen Sinne liegen.

Mehr erfahren:
• Jeffrey Tarrant – NeuroMeditation Institute: neuromeditationinstitute.com
• Buch: Becoming Psychic: Lessons from the Minds of Mediums, Healers, and Psychics (Jeff Tarrant, PhD)