Kim Russo – Porträt

Veröffentlicht am 2026-06-20 · Lesezeit ca. 12 Minuten

In den USA ist Kim Russo als „The Happy Medium“ einem Millionenpublikum bekannt – durch eigene Fernsehserien, Bestseller und Auftritte mit Prominenten. Was sie für uns besonders interessant macht, ist aber etwas anderes als ihre TV-Bekanntheit: Sie gehört zu der kleinen Gruppe von Medien, die sich freiwillig kontrollierten, blindierten Forschungstests unterzogen haben – und sie bestanden hat.

Von Long Island in die Fernsehstudios

Kim Russo stammt aus New York und lebt auf Long Island. Nach eigener Schilderung nimmt sie seit ihrem neunten Lebensjahr Verstorbene wahr. Wie viele Medien beschreibt sie diese Gabe zunächst als verwirrend – erst als Erwachsene begann sie, sie bewusst zu schulen und professionell einzusetzen.

Bekannt wurde sie durch das US-Fernsehen. Sie trat in der A&E-Reihe Paranormal State und in Psychic Kids auf sowie in der Serie Celebrity Ghost Stories. Ihre eigene Sendung „The Haunting Of…“ lief mehrere Staffeln auf Lifetime bzw. dem Lifetime Movie Network: Darin besucht Russo gemeinsam mit Prominenten Orte, an denen diese paranormale Erfahrungen gemacht haben wollen. Hinzu kam die Sendung Psychic Intervention. Damit gehört sie zu den im US-Mainstream sichtbarsten Medien überhaupt.

Die Bücher: „The Happy Medium“

2016 erschien bei HarperCollins ihr erstes Buch „The Happy Medium – Life Lessons from the Other Side“. Es verbindet Episoden aus ihrem eigenen Leben mit Schilderungen ihrer Readings und debütierte an der Spitze der Amazon-Kategorie für spirituelle Bücher. 2019 folgte „Your Soul Purpose – Learn How to Access the Light Within“, in dem sie weniger über Jenseitskontakte und mehr über innere Führung und Intuition schreibt.

Der eigentliche Kern: geprüfte Mediumschaft

Eine eigene Fernsehserie macht noch kein beweiskräftiges Medium – im Gegenteil, im TV-Format lässt sich schwer kontrollieren, was vorab bekannt war. Genau deshalb ist der für uns entscheidende Punkt nicht ihre Bekanntheit, sondern ihre Teilnahme an unabhängiger Mediumforschung.

Kim Russo ist zertifiziertes Medium der Forever Family Foundation (FFF) und sitzt zudem im Beirat dieser gemeinnützigen US-Stiftung. Die FFF zertifiziert Medien in einem blindierten Verfahren, bei dem unbekannte Sitter und kontrollierte Auswahl verhindern sollen, dass ein Medium aus Reaktionen oder Vorwissen schöpft. Wie hoch diese Hürde ist, beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel zur FFF-Zertifizierung – seit 2005 haben nur rund zwei Dutzend Medien sie bestanden.

Darüber hinaus war sie Windbridge Certified Research Medium (WCRM). Das Windbridge-Institut nahm angehende Forschungsmedien in einem achtstufigen Screening auf, zu dem unter anderem psychologische Tests und zwei blindierte Telefon-Readings gehörten, bevor jemand überhaupt an Studien mitwirken durfte. Wie dieses Verfahren funktioniert und welche Ergebnisse die Windbridge-Forscherin Julie Beischel publiziert hat, schildern wir im Artikel über die Windbridge-Mediumforschung.

In ihren eigenen Biografien wird betont, ihre Testergebnisse hätten zu den höchsten je gemessenen gehört. Diese Formulierung stammt aus ihrem eigenen Umfeld und ist keine von Windbridge veröffentlichte Rangliste. Sie hat sich aber blindierten Verfahren gestellt und ist von zwei unabhängigen Stellen als beweiskräftiges Medium eingestuft worden. Das unterscheidet sie von vielen reinen TV-Persönlichkeiten.

Ein dokumentierter Fall: die Folge mit Tom Green

Ein öffentlich dokumentierter Fall ist die am 1. November 2014 ausgestrahlte Folge von „The Haunting Of…“ mit dem kanadischen Komiker Tom Green. Green kehrte darin in seine Heimatstadt Ottawa zurück – an das ehrwürdige, schlossartige Canadian Museum of Nature, wo ihn als jungen Mann etwas durch die nächtlichen Gänge gejagt hatte. Die Erfahrung hatte ihn nie ganz losgelassen, und zum ersten Mal seit damals wollte er an diesen Ort zurück, um ihr nachzugehen.

Das Gebäude hat einen entsprechenden Ruf: Besonders im Westflügel des vierten Stocks berichten Mitarbeiter von kalten Zonen, flackernden Lichtern und Gegenständen, die sich scheinbar von selbst bewegen. Russo ging mit Green durch die Räume, ließ sich seine Erinnerung schildern und identifizierte nach eigener Darstellung einen Geist, der nach wie vor an diesem Ort verweilt – und half Green, seinen damaligen Schrecken einzuordnen. Die Folge zählt zu den bekanntesten der Reihe.

Jesse Metcalfe: das Elternhaus in Connecticut

Persönlicher – und mit 9,5 von 10 die höchstbewertete Folge der Reihe – ist die mit dem Schauspieler Jesse Metcalfe (Desperate Housewives, John Tucker Must Die). Er kehrte in sein Elternhaus in Connecticut zurück, in dem seine Familie über zwanzig Jahre zuvor immer wieder Unerklärliches erlebt hatte – Geräusche und eine bedrohliche Präsenz, die ihm als Kind regelrecht Angst einjagte.

Gemeinsam mit Russo ging er das Haus und sein Grundstück durch. In der Folge führte die Spur nicht zu einem bösartigen „Dämon“, wie der junge Jesse es empfunden hatte, sondern zu einem Menschen, der hier durch Ertrinken ums Leben gekommen war und dessen Zorn und Verzweiflung im Haus zurückgeblieben waren. Was sich für ein Kind als namenloser Schrecken angefühlt hatte, bekam so eine Geschichte und ein Gesicht – und genau das nahm Metcalfe die alte Angst. Wo Greens Geschichte im öffentlichen Museum spielt, führt diese mitten in eine Familienbiografie.

Linda Dano: „Abigail“ und eine Botschaft

Noch einen Schritt weiter geht die Folge mit der US-Schauspielerin Linda Dano (Another World, One Life to Live). Über zwei Jahrzehnte hatte in dem historischen Haus, das Dano mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Frank Attardi liebevoll erhalten hatte, eine Präsenz Handwerker, Familie und Freunde erschreckt – ohne dass jemand wusste, wer oder was es war.

Russo löste das diffuse Unbehagen in der Folge auf: Sie identifizierte den „Geist“ als ein junges Mädchen namens Abigail, das dem Haus verbunden geblieben war – kein bedrohliches Wesen, sondern ein Kind. Darüber hinaus überbrachte sie Linda eine persönliche Botschaft von der anderen Seite, die diese später als lebensverändernd beschrieb. Aus einer jahrzehntelangen, namenlosen Beunruhigung wurde eine Begegnung mit Namen, Gestalt und Anliegen – genau die Art benennbaren Details, auf die es in der Beweis-Mediumschaft ankommt.

Warum sie auf HeavenConnect passt

Kim Russo verbindet zwei Dinge, die selten zusammenkommen: große öffentliche Reichweite und die Bereitschaft, sich kontrollierter Forschung zu stellen. Wer sich für die Standards dahinter interessiert, findet bei uns die passenden Hintergründe zur amerikanischen und zur britischen Zertifizierungslandschaft.

→ Weiterlesen: Wie erkenne ich ein seriöses Medium?