Forever Family Foundation – Zertifizierung für Medien

Veröffentlicht am 2026-06-19 · Lesezeit ca. 11 Minuten

Wer als Medium arbeitet, kennt die Frage hinter der Frage: „Woher weiß ich, dass das echt ist?" Eine unabhängige Zertifizierung ist eine der wenigen Möglichkeiten, darauf eine belastbare Antwort zu geben. Die Forever Family Foundation (FFF) betreibt eines der bekanntesten und zugleich anspruchsvollsten Prüfverfahren für Medien im englischsprachigen Raum – und es ist kostenlos. Dieser Artikel erklärt für Medien, die diesen Weg gehen wollen, was die Stiftung ist, wie die Prüfung abläuft, welche Voraussetzungen gelten, wie man sich bewirbt – und was die Zertifizierung ehrlicherweise aussagt und was nicht.

Was ist die Forever Family Foundation?

Die Forever Family Foundation ist eine gemeinnützige US-Stiftung (Status 501(c)(3)), gegründet 2004 von Phran und Bob Ginsberg, nachdem die Familie eine eigene Tochter verloren hatte. Ihr Anliegen liegt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Spiritualität: Sie sammelt und vermittelt Hinweise darauf, dass Bewusstsein den körperlichen Tod überdauern könnte, und unterstützt zugleich Trauernde. Die Stiftung arbeitet rein ehrenamtlich, ohne bezahltes Personal, und zählt weltweit über 17.000 Mitglieder. Neben der Trauerbegleitung, dem Bildungsbereich „Afterlife Science" und der Radiosendung Signs of Life betreibt sie ihr bekanntestes Projekt: die Zertifizierung von Medien.

Warum sich überhaupt zertifizieren lassen?

Der Markt für mediale Arbeit ist unübersichtlich, und Selbstbezeichnungen sind wertlos – jede und jeder kann sich „geprüftes Medium" nennen. Eine FFF-Zertifizierung ist deshalb vor allem ein Vertrauenssignal gegenüber Hinterbliebenen: Sie belegt, dass eine unabhängige Stelle die Genauigkeit unter kontrollierten Bedingungen geprüft hat. Anders als bei vielen kommerziellen „Verzeichnissen" kann man sich diesen Eintrag nicht erkaufen – die gelisteten Medien haben nicht dafür bezahlt, und die Prüfung selbst ist gebührenfrei. Genau das macht den Eintrag wertvoll. Ergänzend lohnt sich unser Leitfaden „Wie erkenne ich ein seriöses Medium?", der dieselben Qualitätsmerkmale aus Kundensicht beschreibt.

Wie läuft die Prüfung ab?

Das Verfahren heißt Medium Evaluation Certification Process und ist als blindierte, an wissenschaftliche Standards angelehnte Prüfung angelegt. Ziel ist der Nachweis, dass ein Medium Informationen hervorbringt, ohne auf Betrug, Recherche oder Cold Reading zurückzugreifen. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Online per Webcam. Die Sitzungen finden über das Internet statt, sodass Teilnehmende aus verschiedenen Ländern möglich sind.
  • Mehrere unbekannte Sitter. Das Medium liest für eine Reihe von Sittern, zu denen es keinerlei Vorabinformationen hat. Die Auswahl wird kontrolliert, damit kein vorheriger Kontakt und kein Hintergrundwissen besteht.
  • Zusammengesetztes Scoring. Die Treffer werden über ein Bewertungssystem erfasst, das die Genauigkeit der gegebenen Informationen misst – nicht nach Bauchgefühl, sondern strukturiert.
  • Blindierung gegen Hinweise. Das Setting ist so gebaut, dass das Medium aus Reaktionen, Aussehen oder Smalltalk möglichst keine Rückschlüsse ziehen kann.

Methodisch ähnelt das den akademischen Protokollen, mit denen etwa Dr. Julie Beischel am Windbridge Research Center mediale Genauigkeit untersucht hat – wenn auch nicht im selben mehrfach-blindierten, peer-reviewten Studienrahmen.

Voraussetzungen

  • Mindestens drei Monate Mitgliedschaft. Bevor man sich bewerben kann, soll man mindestens drei Monate Mitglied der FFF gewesen sein und die Ziele, die Mission und die Arbeit der Stiftung kennengelernt haben.
  • Gefestigte Fähigkeit. Das Verfahren ist ausdrücklich anspruchsvoll und auf erfahrene Medien zugeschnitten. Wer sich noch in der Entwicklungsphase fühlt, wird ausdrücklich gebeten, zu warten, bis die mediale Arbeit wirklich gefestigt ist.
  • Bereitschaft zum Ehrenamt. Wer besteht, verpflichtet sich, einen Teil seiner Zeit ehrenamtlich für die Arbeit der Stiftung einzubringen – etwa Sitzungen für Trauernde. Das ist gewissermaßen die „Gegenleistung" anstelle einer Gebühr.

Was kostet das?

Die Prüfung selbst ist kostenlos („conducted free of charge"). Es gibt keine Gebühr für den Test, und – das wird ausdrücklich betont – man kann sich nicht in die Liste einkaufen. Die einzige indirekte Kostenstelle ist der (geringe) Mitgliedsbeitrag für die vorausgesetzten drei Monate Mitgliedschaft. Im Vergleich zu kursbasierten „Zertifizierungen", bei denen man im Grunde für das Zertifikat bezahlt, ist das ein grundsätzlicher Unterschied.

Wie hoch ist die Hürde wirklich?

Hoch. Die Stiftung beschreibt das Verfahren als sehr streng, und die Zahlen bestätigen das: Seit dem Start im Jahr 2005 wurden insgesamt nur etwa 27 Medien zertifiziert, bei einer Erfolgsquote in der Größenordnung von 10–15 %. Das ist keine Formalie, die man nebenbei erledigt – es ist eine ernsthafte Prüfung, an der die Mehrheit der Bewerbenden scheitert. Wer realistisch einschätzen will, ob er so weit ist, findet in unserem Artikel „Kann man Hellsichtigkeit lernen?" eine ehrliche Einordnung der typischen Entwicklungswege und Zeithorizonte.

So bewirbt man sich

Der Einstieg ist unkompliziert: Man wird zunächst Mitglied der Forever Family Foundation und lässt die geforderten drei Monate verstreichen. Anschließend schickt man eine E-Mail mit den vollständigen Kontaktdaten an die für den Zertifizierungsprozess zuständige Adresse:

mcp@foreverfamilyfoundation.org

Die aktuellen Details und das offizielle Prozessdokument findet man direkt bei der Stiftung: foreverfamilyfoundation.org/certified-mediums. Da Anforderungen sich ändern können, lohnt sich vor der Bewerbung immer ein Blick auf die Originalseite.

Ehrliche Einordnung

Bei aller Wertschätzung gehört zur Fairness auch das Kleingedruckte. Die FFF ist eine Interessenorganisation, die explizit die Survival-Hypothese vertritt – sie ist kein neutrales Forschungsinstitut, und ihr Verfahren ist nicht peer-reviewt oder von unabhängiger Stelle auditiert. Genaue Schwellenwerte und die exakte Scoring-Methodik werden öffentlich nicht vollständig offengelegt. Eine bestandene Zertifizierung ist also kein „wissenschaftlicher Beweis" medialer Fähigkeit, aber sie ist deutlich mehr als eine Selbstbezeichnung: ein unter blindierten Bedingungen geprüftes, glaubwürdiges Qualitätssignal. Wer es so kommuniziert – ehrlich, ohne Überhöhung – verschafft sich damit einen echten Vertrauensvorsprung.

Verwandte Wege

Die FFF ist nicht die einzige Adresse. Forschungsnäher und noch strenger ist das Windbridge Research Center (achtstufiges Screening, allerdings inzwischen geschlossen). Im britischen Raum vergibt die Spiritualists' National Union anerkannte Praxis-Qualifikationen (CSNU/DSNU), oft über das renommierte Arthur Findlay College. Einen kompakten Überblick über seriöse Prüfstellen findest du in unserem Abschnitt Übersicht der Zertifizierungen.

Quellen:
• Forever Family Foundation: Certified Mediums(link).
• Forever Family Foundation: Medium Evaluation Certification Process(link).
• Forever Family Foundation: Startseite / About(link).

Mehr dazu in unserer kuratierten Wissenssammlung.