Alexa Kriele (geb. 1961 in Überlingen) hat für ihre Arbeit eine eigene Berufsbezeichnung geprägt: Engeldolmetscherin. Seit 1994 übersetzt sie nach eigenen Worten zwischen Menschen und Engeln – lange bevor Engel zum großen Thema des Buchmarkts wurden. Ihre Bücher erschienen in großen Publikumsverlagen, ihre Auftritte bei Alfred Biolek und Johannes B. Kerner machten sie bundesweit bekannt. Und ihr Credo klingt für eine spirituelle Autorin überraschend nüchtern: Das Wissen der Engel zu nutzen sei keine Frage des Glaubens, sondern der Intelligenz.
Philosophin, Journalistin – und dann 1994
Alexa Kriele stammt aus einer süddeutschen Arztfamilie und wuchs am Bodensee auf. Sie studierte Philosophie und Psychologie und arbeitete danach zunächst ganz weltlich: in der Erwachsenenbildung, als Journalistin und als Seminarleiterin für Führungskräfte. Nach eigener Darstellung nimmt sie die Gegenwart von Engeln seit jeher wahr; 1994 machte sie diese Wahrnehmung zum Beruf und arbeitet seither hauptberuflich als Engeldolmetscherin.
Dolmetschen statt Trance
Der selbstgewählte Titel ist Programm: Alexa Kriele channelt keine Wesenheit, die durch sie spricht, und arbeitet auch nicht in Trance. Sie beschreibt ihre Arbeit als das, was eine Dolmetscherin tut: Sie hört die Frage des Menschen, gibt sie an die Engel weiter, hört deren Antwort – und übersetzt sie in verständliche Worte. Sie bleibt dabei nach eigenen Worten völlig klar und wach.
Das Wissen der Engel zu nutzen ist keine Frage des Glaubens, sondern der Intelligenz.
Damit steht sie in der deutschsprachigen Engelarbeit neben Stimmen wie Jana Haas, die als Engelmedium einen eigenen Zugang entwickelt hat – die Ansätze unterscheiden sich aber deutlich: hier das wache Übersetzen von Frage und Antwort, dort mediale Wahrnehmung und Energiearbeit.
„Wie im Himmel so auf Erden"
Ende der 1990er-Jahre erschien ihr vierbändiges Grundlagenwerk Wie im Himmel so auf Erden, zunächst in einem kleinen Verlag; später übernahmen große Publikumsverlage wie Droemer Knaur und Random House ihre Titel. Es folgten unter anderem Die Engel geben Antwort, Mit den Engeln das Leben meistern, Von Naturgeistern lernen und – im Gespräch mit dem Jenseitsforscher Bernard Jakoby – Mit den Engeln über die Schwelle zum Jenseits, das ihre Engelarbeit mit der Frage nach dem Lebensende verbindet.
Hinter den Büchern steht eine bemerkenswerte Ehe: Alexa Kriele war mit dem Staatsrechtler Martin Kriele (1931–2020) verheiratet, langjähriger Professor in Köln. Er war es, der ihre gesprochenen Übersetzungen in Buchform brachte – „ohne ihn gäbe es kein einziges Buch", sagte sie im Fernsehen, „er hat gesprochenes Wort in geschriebenes verwandelt." Dass ein renommierter Verfassungsjurist die Engelarbeit seiner Frau öffentlich ernst nahm, sorgte in den 2000er-Jahren für Aufsehen und auch für Kritik – das Paar ließ sich davon nicht beirren.
Bei Biolek und Kerner
Bundesweit bekannt wurde Alexa Kriele durch das Fernsehen: 2000 war sie bei Alfred Bioleks „Boulevard Bio" zu Gast, im Dezember 2003 und 2004 in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner – zu einer Zeit, als Engelthemen im deutschen Fernsehen noch echte Exoten waren. Einen Ausschnitt des Kerner-Auftritts zeigt unsere Wissen-Seite.
Bemerkenswert ist eine Antwort aus der Kerner-Sendung: Auf die Frage, ob ihre „Engelstunden" teuer seien, nannte sie den Preis von 180 Euro – und fügte hinzu, eine solche Stunde brauche man in der Regel nur ein einziges Mal im Leben, weil sich die wesentlichen Fragen darin klären ließen. Diese Haltung – Klienten nicht an sich zu binden, sondern sie unabhängig zu machen – teilt sie mit den seriösesten Vertretern des Fachs: Dolly Röschli etwa empfiehlt, ein Medium höchstens zwei Mal pro Jahr aufzusuchen.
Warum Alexa Kriele interessant ist
- Pionierin: Engelarbeit im deutschen Fernsehen ab 2000 – Jahre bevor das Thema zum Trend wurde.
- Ein eigener Ansatz: waches Dolmetschen zwischen Mensch und Engel statt Trance-Channeling – eine Arbeitsweise, die sie so konsequent wie kaum jemand vertritt.
- Intellektueller Hintergrund: studierte Philosophin, verheiratet mit einem Staatsrechtler, der ihre Bücher mitverfasste – und der Anspruch, Engelwissen sei eine Frage der Intelligenz, nicht des Glaubens.
- Unabhängigkeit statt Bindung: Eine Engelstunde brauche man in der Regel nur einmal im Leben – ein Satz, den man von Anbietern selten hört.
Alexa Kriele zeigt eine besondere Spielart spiritueller Arbeit: bodenständig im Ton, intellektuell grundiert und erklärtermaßen darauf angelegt, sich selbst überflüssig zu machen. Man mag über Engel denken, was man will – diese Mischung hat im deutschsprachigen Raum kein zweites Gesicht.
