Medien in der Polizeiarbeit

Veröffentlicht am 2026-04-20 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Dass Polizeibehörden mit Medien zusammenarbeiten, klingt im ersten Moment nach Krimi-Stoff. Tatsächlich ist es in mehreren Ländern gelebte Praxis: In der Schweiz, den Niederlanden und den USA sind Kooperationen zwischen Ermittlern und Medien dokumentiert – teils offiziell, teils inoffiziell. Dass Polizeibehörden diesen Weg überhaupt gehen, ist die deutlichste Antwort auf die Frage, ob solche Zusammenarbeit funktioniert: Sie würde nicht stattfinden, wenn sie keine Ergebnisse brächte. Dieser Artikel stellt drei bekannte Fälle vor und ordnet die Situation in Deutschland ein.

Schweiz: Pascal Voggenhuber

Das bekannteste deutschsprachige Beispiel ist das Schweizer Medium Pascal Voggenhuber. In einem ausführlichen Interview bei Welt im Wandel.TV (YouTube, ab Minute 20:47) schildert er, wie er seit 2002 für die Schweizer Polizei arbeitet. Der erste Einsatz kam während eines Seminars zustande – die Polizei tauchte spontan auf, weil sie gehört hatte, dass er im Ort war, und bat um Hilfe bei einem Mordfall.

Voggenhuber erhielt damals nur ein Foto des Opfers und stellte per Jenseitskontakt Details zum Fall fest, die er auf normalem Weg nicht wissen konnte. Diese Details waren so eindrücklich, dass die Zusammenarbeit vertieft wurde. Heute beschreibt er folgende typische Einsatzbereiche:

  • Aura-Lesen bei Verhören – um zu erkennen, wann eine Aussage nicht stimmt.
  • Rekonstruktion von Zeugen-Blackouts – Zeugen haben nach Stresssituationen oft Erinnerungslücken, die Voggenhuber auf medialem Weg rekonstruiert.
  • Energetisches Lesen von Tatorten – Ablauf, Zahl der Täter, Hinweise auf DNA-Spuren.
  • Täterprofile – ähnlich einem klassischen Profiler. Laut Polizei, so Voggenhuber, erreiche er vergleichbare Ergebnisse – nur in Stunden statt Monaten.

Rund 90 % seiner Polizeiarbeit wird auf Video aufgezeichnet – nicht zuletzt, um skeptische Kollegen innerhalb der Behörden zu überzeugen. Voggenhuber nimmt Aufträge ausschließlich direkt von der Polizei an, nicht von Privatpersonen, die nach einem Verbrechen um Hilfe bitten.

Den betreffenden Ausschnitt (ab Minute 20:47) kannst Du direkt eingebettet auf der Wissens-Seite von Heaven Connect anschauen.

Die Zusammenarbeit Voggenhubers mit der Schweizer Polizei war so eindrücklich, dass sogar die berühmte Krimiserie Tatort der Geschichte eine eigene Folge gewidmet hat: In der Schweizer Produktion „Zwischen zwei Welten" (2014) hilft das Medium „Pablo Guggisberg" den Luzerner Kommissaren Flückiger und Ritschart bei den Ermittlungen – die Figur ist laut Luzerner Zeitung Pascal Voggenhuber nachempfunden. Auch diese Folge ist auf der Wissens-Seite verlinkt.

Nach einigen Jahren hat Voggenhuber die Polizeiarbeit beendet. Der Grund war ein Fall mit Mafia-Hintergrund, bei dem seine medialen Hinweise offenbar so präzise waren, dass sie den Tätern gefährlich wurden. Kurz darauf tauchten immer wieder fremde Männer in dunklen Fahrzeugen bei ihm zu Hause auf – sie fuhren nachts langsam am Haus vorbei, standen am Briefkasten, ohne jedes Wort. Die Botschaft war klar: Wir wissen, wo du wohnst. Einen offiziellen Zeugenschutz gibt es für Medien nicht – sie existieren in den Akten rechtlich oft gar nicht als Mitwirkende. Voggenhuber und seine Frau hatten massive Angst, und er zog für sich und seine Familie die Konsequenz: Ausstieg aus der Ermittlungsarbeit.

Seine Arbeit wird heute von anderen Medien fortgeführt – diese werden öffentlich jedoch nicht namentlich genannt. Das hat zwei Gründe: Zum einen den Schutz der Medien selbst, zum anderen sind sie medial ohnehin nicht bekannt und treten bewusst im Hintergrund auf.

Pascal Voggenhuber hat seine Arbeit – auch das Polizei-Kapitel seiner Biografie – unter anderem in Nachricht aus dem Jenseits 2.0 (2018) ausführlich dokumentiert. Das Buch erreichte Platz 1 der Schweizer Bestsellerliste und schaffte es auch auf die Spiegel-Bestsellerliste in Deutschland.

Die direkte Kommunikation mit den Opfern selbst, so Voggenhuber, sei dabei oft gar nicht die ergiebigste Quelle: Nicht selten äußern Verstorbene, der Mord habe „in ihren Lebensplan gehört" und sie hätten kein Interesse daran, den Täter zu benennen. In solchen Fällen greifen die Ermittler dann auf die energetische Tatort-Lesung zurück.

Niederlande: Gerard Croiset – der „Telepath von Utrecht"

Der Niederländer Gerard Croiset (1909–1980) war Jahrzehnte lang eine der international bekanntesten Figuren im Bereich kriminalistischer Mediumschaft. Er spezialisierte sich auf Vermissten-Suchen und Verbrechensaufklärung und wurde vielfach von niederländischen Behörden konsultiert.

An der Universität Utrecht arbeitete Croiset eng mit dem Parapsychologen W. H. C. Tenhaeff zusammen, der seine Wahrnehmungen in strukturierten Experimenten untersuchte – darunter das berühmte Stuhlexperiment (1953) gemeinsam mit Hans Bender: Croiset sollte Personen beschreiben, die sich später auf einen bestimmten Stuhl setzen würden. Die Versuche machten ihn international bekannt.

1977 reisten zwei deutsche Ermittler zu Croiset, um im Entführungsfall des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer Hinweise zu erhalten – eine der bekanntesten deutschen Kriminalgeschichten der Nachkriegszeit. Croiset gilt bis heute als Urvater der systematischen Zusammenarbeit zwischen Paragnosten und Ermittlungsbehörden in Europa.

USA: Etta Smith und der Fall Melanie Uribe

Einer der am besten dokumentierten Einzelfälle spielte 1980 in Los Angeles. Die Krankenschwester Melanie Uribe war am 15. Dezember verschwunden; Zeugen hatten beobachtet, wie zwei Männer sie an einer Ampel aus ihrem Wagen zogen.

Zwei Tage später hörte die 32-jährige Etta Louise Smith, eine Angestellte bei Lockheed, im Radio von dem Fall und hatte spontan eine Vision: einen Canyon, eine kurvige Straße, einen Schotterweg, am Ende etwas Weißes – sie vermutete die Dienstkleidung des Opfers. Smith, die sich selbst ausdrücklich nicht als Medium bezeichnete, ging zur Polizei und zeigte auf einer Karte einen Punkt rund 40 Kilometer von Los Angeles entfernt: Lopez Canyon.

Weil die Ermittler erst am Folgetag mit einem Helikopter suchen wollten, fuhr Smith noch am selben Tag mit ihren Kindern an die Stelle. Ihre siebenjährige Tochter fand dort die Leiche von Melanie Uribe. Smith wurde daraufhin als Hauptverdächtige festgenommen und tagelang verhört.

Vier Tage später meldete sich ein Informant bei der Polizei: Er habe drei Männer damit prahlen hören, die Frau überfallen und getötet zu haben. Die Täter wurden überführt und verurteilt; zwischen Smith und ihnen gab es keinerlei Verbindung. Smith verklagte die Stadt Los Angeles wegen unrechtmäßiger Verhaftung und erhielt Schadensersatz in Höhe von 26.184 US-Dollar. Der Fall gilt in den USA seither als Musterbeispiel dafür, wie valide mediale Eindrücke in Ermittlungen sein können – und wie schwer sich Polizeibehörden tun, damit umzugehen.

Deutschland: offiziell nein, faktisch anders

Deutschland arbeitet – anders als die Schweiz oder die Niederlande – offiziell nicht mit Medien zusammen. BKA und Landeskriminalämter lehnen den Einsatz parapsychologischer Methoden in öffentlichen Stellungnahmen ab. In der Praxis gibt es jedoch Wege, wie mediale Unterstützung trotzdem in deutsche Fälle einfließt.

Pascal Voggenhuber hat in Interviews bestätigt, dass er auch schon für deutsche Ermittlungsbehörden tätig war. Weil deutsche Dienststellen ein solches Vorgehen nicht offen beauftragen dürfen, wird die Kooperation juristisch als Amtshilfe durch die Schweiz deklariert: Der Fall wandert formal über Schweizer Stellen, Voggenhuber wird auf Schweizer Seite eingebunden, und die Erkenntnisse fließen anschließend in die deutschen Ermittlungen zurück.

Dieses Vorgehen zeigt zweierlei. Erstens: Auch in Deutschland greifen Ermittler – zumindest in Einzelfällen – auf mediale Methoden zurück, wenn konventionelle Wege nicht weiterführen. Zweitens: Die öffentliche Zurückhaltung hat weniger mit der Wirksamkeit zu tun als mit Rechts- und Legitimationsfragen. Eine deutsche Polizeidienststelle kann keine Hellseher-Honorare aus öffentlichen Mitteln abrechnen; eine Schweizer Dienststelle kann es.

Was ist das Gemeinsame dieser Fälle?

  • In allen drei Ländern führen mediale Hinweise zu überprüfbaren Ergebnissen: Leichenfundorte, DNA-Spuren, Täterbeschreibungen.
  • Die mediale Arbeit ersetzt nie die klassische Ermittlung – sie liefert Puzzleteile, die den Ermittlern helfen, den richtigen Strang zu finden.
  • Der Einstieg verlief fast immer zögerlich: Ein einzelner Beamter vertraute dem Medium, überzeugte Kollegen, und erst nach wiederholt brauchbaren Ergebnissen wurde die Zusammenarbeit Routine.
  • Wo die Zusammenarbeit offen gelebt wird (Schweiz, Niederlande), ist sie transparent – inklusive Video-Dokumentation der Sessions.

Wie passen Medien und Ermittlungsarbeit zusammen?

Mediale Wahrnehmung liefert in der Regel keine Namen und keine Adressen. Sie liefert Bilder, Atmosphären, Körperempfindungen, Symbole – Eindrücke, die für sich allein oft wenig sind, in Kombination mit dem, was die Polizei bereits weiß, aber Spuren sichtbar machen können, die sonst übersehen würden. Voggenhubers Satz „Oft weiß ich gar nicht, von was ich genau erzähle" bringt das gut auf den Punkt: Das Medium liefert das Material, das die Ermittler deuten.

Dass Polizeibehörden diese Form der Zusammenarbeit überhaupt zulassen – mit klaren Protokollen, Video-Aufzeichnungen und ohne finanzielle Abhängigkeit von einem Ergebnis – zeigt, dass die Ergebnisse in der Gesamtbetrachtung tragfähig sind. Kein Ermittlerteam würde Zeit und Verfahrenswege dafür opfern, wenn dabei nichts herauskäme.

Was das über unser Weltbild sagt

Polizeibehörden sind keine spirituellen Einrichtungen. Sie leben von dem, was am Ende vor Gericht Bestand hat – von Beweisen, Aussagen, Spuren. Dass sie trotzdem, über Jahrzehnte und über Grenzen hinweg, immer wieder auf Medien zurückgreifen, ist kein Zufall und keine Schwäche einzelner Beamter. Es ist ein pragmatisches Eingeständnis: Menschliche Wahrnehmung reicht offenbar weiter, als unser naturwissenschaftliches Standardmodell es zulässt.

Die Fälle von Voggenhuber, Croiset und Smith haben alle denselben Kern: Jemand weiß etwas, das er normal nicht wissen kann – und das sich dann vor Ort, in DNA-Spuren oder in Geständnissen überprüfen lässt. Wer das ernst nimmt, muss nicht gleich die Physik neu erfinden. Aber es lohnt sich, die Frage offen zu halten, was unsere Modelle von Bewusstsein, Zeit und Raum dabei sind zu übersehen.

Die Mafia-Geschichte um Voggenhuber zeigt zudem: Mediale Wahrnehmung ist nichts Harmloses, Esoterisches, Abgehobenes. Wer damit arbeitet, bewegt sich in derselben Realität, in der auch Kriminelle, Ermittler und Gerichte unterwegs sind – mit denselben Konsequenzen. Gerade das macht die Arbeit seriöser Medien respektabel: Sie wissen, wie real das ist, was sie tun.

Heaven Connect und seriöse Medien

Medien, die seriös arbeiten, halten sich an klare Grenzen: Sie drängen sich in Ermittlungen nicht auf, sie verlangen keine Erfolgshonorare und sie überschätzen ihre eigenen Wahrnehmungen nicht. Heaven Connect listet ausschließlich Medien, die transparent über ihre Arbeit sprechen – unabhängig davon, ob sie klassische Jenseitskontakte geben, Tierkommunikation anbieten oder in seltenen Fällen auch Ermittlungsbehörden unterstützen.

→ Weiterlesen: Wie erkenne ich ein seriöses Medium?